Hallo meine Häschen!

 

Letzten Monat habe ich bei der Deutschen Bahn an einem Jungautoren Wettbewerb teil genommen und möchte euch heute mal meine Geschichte vorstellen.

Ich habe leider nicht gewonnen!!!  Aber die Vorgaben kann ich euch nicht vor enthalten.

Es durften nicht mehr als 8500 Zeichen sein. Gemein, aber ja Machbar!

Dazu musste sich die Story rund um die Bahn drehen, Nicht gemein aber auch sehr schwierig.

Gut, da ich viele gelesen haben die plötzlich Beschwerden als Kurzgeschichte tarnten, wollte ich etwas ganz Anderes machen. Danke mal eben an meine liebe Lektorin Fran, die mich so liebevoll unterstützt hat.

Und nun viel Spaß.

 

Jacob wo bist du?

Wie jeden Tag, fuhr der ICE von Hamburg nach München seine gewohnte Strecke.

Im Wagen 9 hatten die Passagiere sich bereits mehrfach über das defekte Licht aufgeregt.

Der Zug fuhr erneut in einen langen Tunnel ein und im Wagen 9 wurde es stockfinster.

Die Zeit rannte vorbei, bis der schrille Schrei einer Frau die Stille durchbrach. 80 Sekunden nach Einfahrt in den Tunnel fuhr Wagen 9 wieder ins Licht.

Eilig ging eine junge Zugbegleiterin die Sitzreihen ab. Sie war kurz vor dem Schrei in den Wagon gekommen und suchte jetzt nach der Person die geschrien hatte. Einige Passagiere schliefen tief und fest auf ihren Sitzen andere hingegen wollten sich über diese Zustände im Zug beschweren, doch die Zugbegleiterin ignorierte sie. In der letzten Reihe fand sie eine junge blonde Frau, die auf dem Boden hockte und weinte. Sie hielt die Hände über ihren Kopf.

Vorsichtig räusperte sich die Bahnmitarbeiterin, sodass sich ihr Gegenüber nicht zu heftig erschrecken würde. Doch wieder schrie die Frau los.

Als sie ihren Kopf etwas nach Links drehte bemerkte sie, dass ihr keine Gefahr drohte. Schnell redete sie los, doch was sie sagte verstand keiner. Sie redete in einer Sprache die die Zugbegleiterin nicht verstand.

Die Zugbegleiterin richtete sich auf und bat die Passagiere um Hilfe. Doch niemand konnte verstehen was die blonde Frau sagte. Das was man verstehen konnte war ein Name. Sie schien etwas mit einem Jacob zu erzählen. Ihre Tränen verrieten aber auch, dass der Mann wohl nicht mehr in dem Zug sei. Die Schaffnerin schaute sich um. Sie fand die Koffer der Frau und immer noch gab es keinen Hinweis auf de verschollenen Jacob. Über Funk lies sie ihre Kollegen den ganzen Zug nach dem Passagier absuchen.

Erneut fuhr der Zug durch einen Tunnel und wieder wurde alles dunkel. Diesmal setzte sich die Bahnmitarbeiterin zu der jungen Frau. Vielleicht würde der Verschwundene ja genau jetzt wieder auftauchen. Doch als der Tunnel zu ende war stand Keiner vor dem Sitz.

Der nächste Funkspruch verwirrte die Zugbegleiterin. Eine der Sicherheitsäxte sei verschwunden und das genau vor ihrem Wagon. Jetzt bekam die Schaffnerin es langsam mit der Angst zu tun. Hatte man die junge Frau etwa mit einer Axt bedroht und wenn ja wo war ihr Begleiter geblieben?

Mit dem Diensthandy verständigte die Bahnmitarbeiterin die Polizei. Der Zug würde in knapp 45 Minuten in München eintreffen und bis dahin keinen Halt mehr machen. Die Schaffnerin hatte sich vorgenommen Jacob in der Zeit zu finden, egal wie. Sie bat eine weitere Passagierin sich neben die blonde Frau zu setzten und ihr ein wenig Trost zu spenden.

Schnellen Schrittes ging die Zugbegleiterin raus aus dem Wagen und in Wagon 8 hinein. Die meisten Zuggäste hielten ihre Bahnticket in der Hand und zeigten sie der aufgeregten Frau. An jedem Platz fragte sie, ob einer der Gäste Jacob heißen würde. Doch weder in Wagen Nummer 8 oder in den anderen Wagons hatte jemand diesen Vornamen.

Aus der Ersten Klasse stürmte ein wütender Mann. Er meckerte vor sich hin.

„Immer noch ist nichts passiert. Da kann man sich noch so oft beschweren.“

Eigentlich wollte sie solche Beschwerden jetzt ignorieren, aber sie wurde am Arm festgehalten.

Freundlich, aber mit Nachdruck in der Stimme bat der Herr die Zugbegleiterin mitzukommen. Mit dem Wunsch sich zu beeilen gingen sie durch die Tür direkt in die erste Klasse.

Sofort sah die Schaffnerin worum es gehen sollte. In der Wagon Mitte steckte eine rote Axt in der linken Seitenverkleidung. Ihr blieb fast das Herz stehen bei dem Anblick. An der Seitenverkleidung lief rote Flüssigkeit runter, die auch an der Axt zu sehen war.

„Das ist einfach ekelhaft. Man steigt in den Zug uns findet diesen ekelhaften Anblick vor“ beschwerte sich der Passagier. Die Bahnmitarbeiterin nahm sofort ihr Funkgerät in die Hand und gab durch, dass sie die Axt gefunden hatte. Auch die anderen Details gab sie nun durch. Es galt nun den verschwundenen Passagier zu finden. Es konnte sich schließlich nur um sein Blut handeln.

„Wann genau ist ihnen das ganze Aufgefallen“ wollte die Schaffnerin noch wissen. Der Gast erinnerte sich, dass er vor einem langen Tunnel noch das WC aufgesucht hatte und bei seiner Rückkehr steckte das Werkzeug bereits in der Seitenverkleidung. Seit dem würde er versuchen sich zu beschweren, doch wäre ihm kein Mitarbeiter der Bahn über den Weg gelaufen.

Mit den ganzen Informationen im Kopf machte sich die Zugbegleiterin auf den Weg zurück. Sie klopfte an alle WC´s. Suchte in jeder noch so kleinen Nische nach etwas ungewöhnlichem.

Bis auf ein paar verlorene Ohrringe, Schlüssel oder leere Bierdosen fand sie nichts ungewöhnliches.

Die Zeit bis zur Einfahrt in den Bahnhof München schien heute schneller zu gehen. Die Zugbegleiterin hatte sich von vorne bis ganz nach hinten durch den Zug gesucht. Auf Anweisung der Polizei sperrte sie bereit alle Türen ab, so dass niemand den Zug verlassen konnte. Der Lokführer gab auch bereit zum dritten Mal bekannt, dass niemand den Zug verlassen dürfe bis die Polizei in allen Wagen war. Was genau passiert war verschwieg er seinen Fahrgästen aber. Der Gesuchte sollte sich schließlich nicht verstecken können.

Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof erreichte die Schaffnerin wieder ihren Wagen und somit erneut die junge Frau. Sie rutschte auf Knien auf dem Fussboden herum. Die Mitfahrerin erklärte, dass sie dies seit einigen Minuten tun würde. Den Sinn dahinter, aber verstand sie nicht. Nach einem freundlichen „Danke“ setzte sich die hilfsbereite Frau wieder auf ihren Platz.

Die Bahnmitarbeiterin kniete sich herunter zur jungen Frau und versuchte sie in ihre Arme zu schließen. Sie wollte ihr Trost spenden und hoffe vielleicht etwas über den Verschwundenen heraus zu finden. Leider verstand sie kein einziges Wort der Frau. Selbst die Hilfe verweigerte sie jetzt.

Der Zug wurde langsamer und die meisten Fahrgäste fingen an sich ihre Jacken anzuziehen. Die Koffer wurden von den Gepäckfächern runter geholt. Die Aufbruchsstimmung beherrschte nun den ganzen Zug. Viele hatten die Durchsagen des Zugführers nicht gehört, da sie Musik gehört oder geschlafen hatten. Nur in Wagon Nummer 9 blieben alle Menschen ruhig sitzen. Sie alle wussten was passiert war. Zu mindestens so einiger maßen.

Alle Zugbegleiter hatten mühe jetzt ihre Passagiere wieder zu ihren Plätzen zu führen. Sie versicherten, dass alle ihre Anschlusszüge bekommen würden und niemand lange warten müsse.

Die Bahn fuhr in den Bahnhof ein, die Tür zwischen Wagen 8 und 9 wurden geöffnet und eine Handvoll Polizisten betragen den ICE.

Sie hörten sich die Geschichte um den verschwundenen Passagier an und traten an die blonde Frau heran. Egal was sie gefragt wurde, sie zuckte immer wieder mit den Achseln und schüttelte ihren Kopf. Weder auf englisch noch auf Polnisch kamen die Polizisten weiter.

Während die ersten Beamten sich ihren Weg durch den Zug bahnten und jeden männlichen Gast nach dem Name und Ausweis fragten, verständigte ein Weiterer einen Dolmetscher. Mit einer Handy App fand die Zugbegleiterin heraus, dass die junge Frau aus Finnland stammte.

Die ersten Fahrgäste konnten bereits den Zug verlassen, da sie weder Jacob hießen noch einen verdächtigen Eindruck machten. Der Zug leerte sich schneller als erwartet, denn keiner der Gäste hieß Jacob. Nur ein Teenie hatte zugegeben eine Sicherheitsaxt in der ersten Klasse in eine Wand geschlagen zu haben. Dabei hatte er sich an der Hand verletzt.

Es dauerte eine Weile bis endlich ein Dolmetscher gefunden war und sich der Aussage der Passagierin annehmen konnte. Er fragte sie nach Jacob und wieder begann sie zu weinen.

Die Glastür zum Abteil öffnete sich und ein Polizist trat ein. In seiner Hand hielt er eine kleine rote Kugel mit etwas plüschigem drin.

Die blonde Frau sah rüber, sprang auf und rief sofort nach Jacob.

Mit einem lächeln auf den Lippen gab der Dolmetscher bekannt „Das ist Jacob, der Hamster“

Nach einigen Minuten des Schweigens stellte sich heraus, dass die Finnin sich im Tunnel vor einem Geräusch erschreckt und ihren Liebling hatte fallen lassen. Das sie ihn aber auch nicht mehr unter den Sitzen finden konnte, war sie so am Boden zerstört. Doch jetzt war alles wieder gut und die Passagierin konnte in Ruhe weiter reisen. Auch die Polizei rückte ab und die Crew der Bahn machte beruhigt Feierabend….

The End

 

Ja ich würde mich gleich mal über eure Meinung freuen.

Habt einen schönen Abend!!!

 

xoxo

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