Die erste Schwangerschaft

Oh wie toll. Schwanger! Der zweite Strich zeigt sich deutlich und die Freude ist groß, zumindest in den meisten Fällen.
Eine Schwangerschaft soll ja die schönste Zeit im Leben einer Frau sein.
Ich hatte auch das Glück, bis auf wenige Beschwerden, dass ich mich nicht anders als sonst fühlte. Als die Schwangerschaft festgestellt wurde, gingen plötzlich die Symptome los. Kreislaufbeschwerden, schmerzende Brüste, es juckt, es juckt überall! Übelkeit, ohne Erbrechen und auf einmal vergeht der Appetit auf Fleisch. Toll.

Ich erfuhr also von der Schwangerschaft, okay. Meine Mutter erfuhr es natürlich sofort, ihr schickte ich den positiven Test noch im gleichen Moment als ich heulend auf dem Klo saß. Mein Mann stand neben mir und freute sich nur. Ich konnte es niemandem so wirklich verschweigen, zu groß war die Freude.
Als die Schwangerschaft dann beim Arzt bestätigt wurde, war ich natürlich direkt shoppen und rannte ab der 10. Schwangerschaftswoche schon in Umstandshosen und Umstandskleidern rum. Dass der Bauch aber erst ab der 20. Woche angefangen hat ein bisschen zu wachsen, erwähnen wir mal besser nicht.

Die Beschwerden wurden schlimmer und wurden nicht besser. Kommentare mit „Es wird noch schlimmer“ habe ich lächelnd abgewunken – es kann schließlich nicht schlimmer werden. Okay. Ich hab mich wirklich getäuscht. Es wurde tatsächlich schlimmer.
Es piekst hier, es piekst da – der Kreislauf spinnt, Fleisch ist immernoch eklig und man denkt, man habe den größten Bauch auf der Welt (haha)
Habe ich die Periodenartigen Schmerzen schon erwähnt? Besonders ängstliche Menschen, so wie ich, gehen dann natürlich davon aus, dass man das Kind verloren habe – man spürt nix, nur das unwohl sein und diese Schmerzen. Keiner sagt einem, dass diese Schmerzen normal sind. Und das böse Google sagt einem das schlimmste was man sich ausmalen kann. Okay, man rennt also alle 10 Minuten auf Toilette und macht sich völlig verrückt. Gott sei dank gibt es soziale Netzwerke und so konnte einem ein bisschen Angst genommen werden. Und natürlich entwickeln sich dadurch neue Ängste.

Jetzt aber mal was positives. Die ersten leichten Tritte spürt man auch, mit Übergewicht – das konnte ich gar nicht glauben. Meine Ärztin fragte immer „spüren sie schon blasen platzen?“ – „nur wenn ich Pupsen muss“, der Witz blieb aus, ich war die einzige die über ihren Witz gelacht hat. Nein, ich hab nix platzen gemerkt und auch kein schmetterlingsflattern. Ich dachte schon, ich bin nicht ganz normal. Das erste mal, hab ich einfach nur eine leichte Vibration gespürt. Und dann plötzlich gegen meine Hand, ab diesem Moment konnte man das Baby auch von außen spüren. Anfänglich waren die Tritte und das anstupsen niedlich und man hat sich so darüber gefreut. Mittlerweile sind sie schmerzhaft und unangenehm, trotzdem genieße ich die Bewegungen noch immer!
Jetzt wird es realer.

Nun geht’s ans shoppen. Mit Leib und Seele wird die Erstausstattung besorgt, das arme Konto! Gott sei Dank liebe ich gebrauchte Dinge und so konnten wir vieles sehr günstig ergattern. Und natürlich bekommt man auch sehr viel geschenkt.
Alle freuen sich. Und dir geht langsam die Muffe, die Angst vor der Geburt schleicht sich ein. Die Ängste teilt man und wird nicht für voll genommen. Ein tolles Gefühl.
Nein, ich hatte keinen Respekt davor. Sondern schiere Angst. Da muss ein großes Ding durch ein kleines Ding und das tut weh! Und wer sich davor nicht fürchtet, ist nicht ganz normal.
Mittlerweile habe ich natürlich keine Angst mehr, sondern freue mich einfach darauf – aber auch nur aufs Ende der Schwangerschaft!

Das Zimmer ist fertig. Die Klamotten sind gewaschen und im Schrank eingeräumt. Da war ich gerade so um die 25. Schwangerschaftswoche und hatte bereits alles fertig. Mist.
Ich wurde dafür belächelt und für verrückt erklärt. Dafür habe ich jetzt meine Ruhe und muss nicht mehr mit großer Wampe von A nach B watscheln. Ich würde das immer wieder so machen!
Aber so wie das Zimmer fertig war, wurde die Tatsache bald Mutter zu sein, noch ein wenig realer.

15967718_1314663141941742_967153590_o

Zeit sich Krankenhäuser anzuschauen. Keine Ahnung ob wir uns richtig entschieden haben, ich weiß ja gar nicht wie ich unter Wehen reagiere und wie stark ich sie empfinden werde. Aber wir haben uns für ein Krankenhaus entschieden, welches die aktive Geburt fördert. Klingt schonmal gut. Jetzt ist noch viel realer! Wobei ich denke, so richtig glauben kann man es erst, wenn das Würmchen da ist. Auf jeden Fall wird es nun auch für den Mann so langsam aber sicher auch real.

Kommen wir mal eben zu den Männern! Die man jetzt an dieser Stelle auch mal loben muss. Mein Mann muss wirklich viel erdulden und auch erleiden. Meine Launen und meine Gelüste sind schon recht nervig. Ich bin auch sehr theatralisch geworden und so passiert es auch, dass man mal angefressen nachts in der Bushaltestelle sitzt und bockig ist. Aber! Ich habe einen tollen Mann, der mich erträgt, der mir hilft wo er nur kann und sehr liebevoll ist. Er mag vielleicht den Bauch nicht streicheln, aber er trocknet mir die Beine ab. Das ist auch okay. Ich denke allerdings, für Männer ist die erste Schwangerschaft genauso aufregend. Sie wissen nicht was auf sie zukommt und sind genauso nervös.

Zurück zum jammern. Wasser in den Beinen, Rückenschmerzen, Symphysenlockerung, Übelkeit, Abgeschlagenheit, dauerhafte null-bock Stimmung und akute Faulheit. Ich hoffe ich hab nix vergessen! Ach Sodbrennen. Übliche Schwangerschaftszipperlein, die es einem nicht leicht machen.

Mein Fazit:
Schwanger sein ist scheiße, eine ewig lange Zeit die nicht vergehen will. Von wegen die schönste Zeit im Leben einer Frau. Einen scheiß Dreck. Da fand ich die Kneipenzeit echt schöner. So!

Adieu eure Claudia

4 thoughts on “Die erste Schwangerschaft

  1. Ich bin jetzt mal gemein: Die Schwangerschaft fand ich total super. Es ging mir nie besser. 😊 Aber jeder Mensch, jede Schwangerschaft und jedes Kind ist anders. 😊Lass dich nachher nur nicht durch Ratgeber und Muttis irre machen. Finde den richtigen Weg für dich, dein Kind und deine Familie. Und denen, die meckern, weil du es nicht so machst wie sie, zeig den gepflegte Mittelfinger. Du wirst auch Muttis finden, die es wie du machen oder nicht an diesen bescheuerten Mummy Wars teilnehmen. 😊 An die halt dich. 😉 Wünsche dir ein entspanntes und pflegeleichtes Kind. 😊

Kommentar verfassen